Babyschreien als Hauptauslöser für Schütteltrauma

Babyschreien als Hauptauslöser für Schütteltrauma 

Aus einer Repräsentationsbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH), im Jahr 2017, zum Thema Schütteltrauma geht hervor, dass ein hoher Aufklärungsbedarf in der deutschen Bevölkerung hinsichtlich der Gefahren des Schüttelns von Säuglingen bzw. Kleinkindern und dem Schreiverhalten von Säuglingen bzw. Kleinkindern besteht.

Aus diesem Grund ist es mir ein Anliegen, hier einige wichtige Informationen an Sie weiter zu geben.

Was ist ein Schütteltrauma? Als Schütteltrauma bezeichnet man eine, durch äußere Gewalt (Schütteln) verursachte Hirnverletzung bei Säuglingen und Kleinkindern.

Was passiert bei einem Schütteltrauma? Der Kopf des Säuglings bzw. Kleinkindes schleudert unkontrolliert hin und her. Aufrund der noch schwachen Nackenmuskulatur gelingt es dem Säugling nicht, den Kopf alleine zu halten. Infolgedessen wird das Gehirn im Schädel hin und her geworfen. Dabei können Blutgefäße reißen, d.h. es kommt zu inneren Verletzungen.

Welche Folgen hat ein Schütteltrauma? Ein Schütteltrauma kann zu lebenslangen Behinderungen, irreparablen Schädigungen und sogar bis zum Tod führen.

Welche Auslöser gibt es ein Baby im Affekt zu schütteln? Anhaltendes Schreien von Säuglingen bzw. Kleinkindern wird als Hauptauslöser für das Schütteln gesehen. Während des zweiten bis fünften Lebensmonats besteht eine besonders hohe Gefahr, den Säugling zu schütteln, da diese Zeit durch viele Schreiphasen geprägt ist (physiologisches Hauptschreialter).

Wie wirkt sich das anhaltende Schreien auf die Eltern-Kind-Beziehung aus? In den ersten Lebensmonaten kann es bei Säuglingen zu unvorhersehbaren und für die Eltern nicht nachvollziehbaren Schreianfällen kommen. Teilweise erscheinen die Säuglinge in dieser Zeit untröstlich. Alle Beruhigungsversuche der Eltern, den Säugling durch unterschiedlichste Methoden zu beruhigen sind kurzweilig oder erfolglos.

Diese Erfahrung kann bei Eltern zu einer starken Erschöpfung führen und Gefühle der Hilflosigkeit, Frustration, Wut und der Gleichen auslösen. In Folge dessen wird der Säugling bzw. das Kleinkind im Affekt geschüttelt.

Die psychosozialen Belastungen steigen zusätzlich an, wenn in der Familie weitere Belastungsfaktoren vorliegen (z.B. psychische Erkrankung der Eltern, Konflikte in der Familie usw.) oder mangelnde soziale Entlastungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die elterliche Anspannung und Erregung überträgt sich auf das Kind. Der fehlende bzw. kurzweilige Erfolg unterschiedlicher und rasch wechselnder Beruhigungsmethoden kann beim Kind zu einer Überreizung und Überforderung führen. Die Eltern-Kind-Beziehung spitzt sich zu und der ausbleibende Erfolg wirkt sich auf die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung aus. Man spricht hier von einem sogenannten „Teufelskreis“.

Warum schreien Säuglinge unstillbar? Eines vorweg: Die weit verbreitete Annahme, dass der Säugling von sogenannten „Dreimonatskoliken“ geplagt ist, konnte nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht bestätigt werden. Bei nur ca. 5% der Säuglinge liegen organische Gründe vor, die unter anderem als eine Ursache für das unstillbares Schreien des Säuglings betrachtet werden können.

Vielmehr geht man davon aus, dass das Schreien in einem engen Zusammenhang mit unterschiedlichen frühkindlichen Reifungsprozessen steht: Der Säugling lernt in den ersten Lebensmonaten innerhalb eines Anpassungs- und Reifungsprozesses, mithilfe seiner Bezugsperson, beispielsweise seinen Schlaf- Wachzustand oder auch das Gefühl von Hunger und Sättigung zu regulieren.

Was können Sie als Eltern tun? Das Kind sicher ablegen. Für einen kurzen Moment den Raum verlassen. Tief durchatmen. Sich Hilfe holen!!!

Wenn Sie als Eltern stark verunsichert sind, sich kraftlos und erschöpft fühlen und sich folglich dem Säugling bzw. Kleinkind gegenüber abweisende oder resignierend verhalten bzw. Gefühle wie Wut, Aggressionen usw. empfinden, dann holen Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe!

Je früher Sie sich professionelle Hilfe holen, desto einfacher ist es gemeinsam Auswege aus diesem sogenannten „Teufelskreis“ zu finden.

Sind Sie Eltern von einem unstillbar schreienden Säugling bzw. Kleinkind? Dann lade ich Sie gerne zum“ Elternkurs: SCHREIBABY! Ursachen aufdecken – Eltern stärken – Beziehung fördern“ ein.

Infos und Anmeldung unter mail@sophie-schaeddel.de oder telefonisch unter 0173 8 45 03 95